Work & Travel in Australien – 6 Fehler, die man vermeiden sollte

Als ich 19 Jahre alt war, startete ich alleine in mein Work & Travel Abenteuer in Australien, welches 14 Monate andauerte! Vor meiner Reise hatte ich noch absolut keine Ahnung, wie sehr mich diese Reise verändern und was ich alles erleben würde.
Aus diesem Grund habe ich natürlich während der Planung, die ich selbst organisierte und schließlich während der Reise, so einiges falsch gemacht.

Bald werde ich meinen zweiten Work & Travel Aufenthalt in Neuseeland antreten, aber dieses Mal werde ich auf keinen Fall die gleichen Fehler machen, die ich damals begangen habe.
Zwar konnte ich einiges aus meinen Fehlern lernen, aber mehr als 1x muss es dann doch nicht sein.

Ich hoffe, dass euch meine Fehler inspirieren und zum Nachdenken anregen!

Melbourne – Australien

1.Unnötige Sachen kaufen, die ich nicht brauche
Vor meiner Reise nutzte ich einige Internetseiten, die mir super bei der Planung halfen. Aber leider gewann ich dadurch den Eindruck, dass ich unbedingt einen typischen Backpacker-Rucksack und Wanderstiefel benötigen würde, obwohl ich nicht vorhatte in Australien eine längere Zeit wandern zu gehen.
Da ich die Meiste Zeit in Städten verbrachte und mich mit dem Bus, Flugzeug und Auto fortbewegte, wäre mir ein Koffer 1000x lieber gewesen. Stattdessen musste ich mit meinem schweren Rucksack auf den Schultern umher wandern. Am Anfang war es noch kein Problem, weil der Rucksack grade einmal 9 kg wog, aber mit und mit häufte sich immer mehr an. Besonders, wenn ich eine Zeit lang am gleichen Ort blieb.
Ich habe diesen Rucksack besonders verflucht, als ich mit 20 kg auf den Schultern im tropischen Wetter bei fast 40 Grad rumgehen musste.
Und die Wanderstiefel landeten schließlich nach 4 Monaten im Secondhand-Laden, da sie im Rucksack zu viel Platz wegnahmen, zu warm waren und ich sie nicht brauchte, da ich nicht vorhatte im Himalaya zu wandern.
Schließlich zog ich nur noch Flip-Flops an, mit denen ich sogar in einem Nationalpark wandern ging! (Ob das zu empfehlen ist, ist wieder eine andere Sache)
Man sollte sich vorher also gut überlegen, was man während seiner Reise vorhat: Will man viel Zeit in der Natur verbringen oder ist man eher ein Stadtmensch?
Mein Tipp: Weniger ist mehr, denn vor Ort kann man sich alles Nötige kaufen. Falls man sich daher nicht sicher ist, ob man z.B. Wanderstiefel benötigt, sollte man mit dem Kauf warten.

2. Den Rückflug nicht im Voraus buchen
Ich las damals auf vielen Websiten, dass ein Open-Return Ticket ein Must für jedes Work & Travel Jahr wäre. Als ich damals zu einem Reisebüro ging, die die Flüge für mich buchten, fragte ich nach diesem Open-Return Ticket, wovon die Angestellte bislang nichts gehört und deshalb auch nicht im Angebot hatte.
Ich dachte aber, dass man unbedingt einen Rückflug brauchen würde, deshalb buchte ich schließlich einen und sie versicherte mir, dass ich diesen Flug jeder Zeit nach hinten verlegen könnte.
Wenn ihr euch sicher seid, dass ihr ca. ein Jahr bleiben wollt, dann müsst ihr nicht direkt am Anfang einen Rückflug dazu buchen! Dies kann man jeder Zeit im Ausland buchen, wenn man sich wirklich sicher ist, wann man zurückfliegen möchte. Man braucht lediglich einen Nachweis darüber, dass man genug Geld verfügt, um einen Rückflug zu kaufen.
Daher kam es bei mir zu dem Problem, dass ich den Rückflug noch lange nicht antreten wollte, so dass ich ihn für ca. 200 € nach hinten verlegte. Dies passierte mir noch einmal, aber beim dritten Mal konnte ich den Flug nicht mehr verschieben, so dass ich ihn canceln musste. Dadurch ging mir eine Menge Geld verloren!
Am Ende entschied ich mich dazu für ein paar Wochen nach Asien zu fliegen, so dass das Rückflugticket nach Deutschland sowieso vollkommen unnötig gewesen wäre. Daher würde ich sagen, dass man auf ein Open-Return Ticket getrost verzichten kann. Es reicht vollkommen aus, den Rückflug 2-3 Monate vor dem geplanten Ende zu buchen, denn Pläne können sich leicht ändern und eventuell möchte man vor seiner Rückreise noch ein anderes Land erkunden.

Tully – Australien

3. Mich mehr für die australische Kultur interessieren
Die gesamte Dauer meines Aufenthalts in Australien verbrachte ich in Hostel, denn für Backpacker ist es die günstigste Art zu übernachten. Aber da meist nur Backpacker diese Übernachtungsmöglichkeit nutzen, hatte ich nicht wirklich die Möglichkeit mit Australiern in Kontakt zu kommen. Und Museen oder Kunstausstellungen besuchte ich fast gar nicht. Ich setzte mich also kaum mit dem Land, mit der Kultur und den Menschen auseinander.
Ich dachte nur, dass die australische Kultur eine Mischung aus der amerikanischen und englischen war… Ein Hang zum Fast Food, sie pflegen englische Traditionen und andere Vorurteile, die ziemlich überzogen waren.
Aber hinter diesem Land steckt so viel mehr als das! Die Geschichte Australiens ist äußerst spannend, der Akzent hört sich toll an und die Kunst ist sicherlich auch sehenswert.
Hätte ich die Chance das Jahr zu wiederholen, würde ich definitiv darauf achten, mehr über die Australier und ihr Land zu erfahren.

4. Die Sprache besser lernen
Mein Englisch hat sich in dieser Zeit enorm verbessert, so dass ich fließend englisch sprechen und alles verstehen konnte, aber dennoch blieb mein Wortschatz sehr klein und ich musste immerzu Dinge umschreiben, weil ich die genauen Worte nicht kannte und die meisten Redewendungen verstand ich auch nicht genau.
Mir passiert es nun oft, dass ich Floskeln und Wörter nachschaue, weil ich die genaue Bedeutung dahinter verstehen möchte und dann fällt mir auf: Ach, ich habe bisher immer gedacht, das würde etwas völlig anderes bedeuten!
Viele Backpacker hatten die gleiche Mentalität und blieben eher unter Landsleuten, so dass sie kaum die Chance hatten ihr Englisch zu verbessern.
Das finde ich besonders schade, weil ich Fremdsprachen liebe und mich gerne wortgewandter ausdrücken möchte.
Bei meiner nächsten Work & Travel Erfahrung werde ich definitiv die Zeit nutzen und mich mit der englischen Sprache besser auseinandersetzen. Vielleicht gelingt es mir am Ende sogar den Akzent zu meistern.

Rottnest Island, Western Australia

5. Kulinarisch experimentieren
Die typische Backpacker Ernährung besteht aus dem Billigsten vom Billigsten. Das habe ich bei den meisten Backpackern erlebt, denn alle wollten für die Reise sparen und nicht unnötig Geld ausgeben.
Und so haben die Meisten sich üblicherweise von weißem Toastbrot mit Marmelade, Instant-Nudeln und alles, was man schnell in die Mikrowelle schieben kann, ernährt. Dass das nicht wirklich gesund sein kann, sollte wohl klar sein. Und ob es wirklich günstiger ist, ist die zweite Frage, denn durch Mangelernährung kann man sich Krankheiten einhandeln und ein Arztbesuch in Australien ist verdammt teuer!
Ich musste für eine Beratung beim Arzt über 400$ bezahlen und der Arzt meinte lediglich zu mir, ich müsse Antibiotika nehmen. Zum Glück hat meine Auslandskrankenversicherung alle Kosten übernommen.
Zwar habe ich mich bei Weitem noch nicht so ungesund ernährt, wie manch anderer (Ich bin einer Person begegnet, die nur Weißbrot mit Marmelade aß!), aber dennoch war meine Ernährung sehr einseitig.
Im Nachhinein stelle ich fest, dass ich gerne mehr Restaurants und Cafés besucht und insgesamt mehr australisches Essen probiert hätte, denn Essen gehört einfach mit zur Reise, wie ich finde! Und jedes Land hat kulinarisch einiges zu Bieten.

6. Die Natur erkunden
Fast mein gesamter Aufenthalt spielte sich in Städten ab und ich verbrachte viel zu wenig Zeit in der Natur. Zum Glück unternahm ich zum Ende meiner Reise noch einen zweiwöchigen Roadtrip und dies war die schönste Zeit meines gesamten Aufenthaltes!
Wir campierten jede Nacht mit unserem Zelt in der freien Natur, kochten draußen (uns flogen Grashüpfer ins Essen, weil sie vom Feuer des Gasherdes angezogen wurden!), wir lagen nachts im australischen Outback auf dem Boden, schauten zu den Sternen empor und fragten uns, was wohl der Sinn des Lebens ist.
Während dieses Trips fühlte ich mich vollkommen lebendig. Es war wie ein Abenteuer, denn wir erlebten unglaubliche tolle Momente. Diesen Roadtrip werde ich niemals in meinem Leben vergessen!
Und dies bringt mich zu der Einsicht, dass ich viel zu wenig Zeit in der Natur verbracht habe. Denn ein Aufenthalt in der Natur ist heilsam, entspannend und bringt uns ein Stück näher zu den einfachen Dingen des Lebens. Es zeigt uns, dass wir nicht viel brauchen, um glücklich zu sein.
Zum Glück werde ich dies in Neuseeland nachholen können und ich freue mich wahnsinnig darauf mit Freunden einen Campervan zu mieten und die herrlichen Nationalparks zu erkunden.

Great Ocean Road

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