Verletzlich

„I still have a long way to go, but I’m already so far from where I used to be, and I’m proud of that.“

Es gibt viele Worte, die mich beschreiben könnten.
Sensibel.
Verletzlich.
Gefühlvoll.
Träumerisch.
Fantasievoll.
Introvertiert.
Gedankenverloren.

Früher war ich der festen Überzeugung, dass diese Charaktereigenschaften absolut verwerflich sind und nichts gutes hervorbringen, denn oft sind mir diese Eigenschaften zum Verhängnis geworden.

Manchmal sind Sensibilität, Emotionalität und Nachdenklichkeit eine ziemlich schlechte Kombination. Ich gerate schnell ins Grübeln, weil ich zu sehr in meiner eigenen Gedankenwelt lebe und ich erlebe Emotionen intensiv und werde dadurch häufig vollkommen aus der Bahn geworfen.

Da ist es kein Wunder, dass ich mich von nahestehenden Personen verletzt fühle, was schon bei Kleinigkeiten der Fall sein kann, bei denen andere nur mit der Schulter gezuckt hätten.

Wenn ich die Menschen um mich herum beobachte, fallen mir besonders die extrovertierten, selbstsicheren und rationalen Menschen auf, die immer mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen scheinen und sich nicht so leicht von anderen Menschen beeinflussen und herunterziehen lassen.
Früher hätte ich mir wohl gerne eine Hand abgeschnitten im Austausch für solche Eigenschaften.

Wie gerne würde ich manchmal meine emotionale Seite ausschalten, wenn ich von einem Menschen enttäuscht wurde und ich eine Ewigkeit dran zu knabbern hatte oder weil ich mir die Worte einer unwichtigen Person zu sehr zu Herzen nahm.

Aber mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich die einst so unliebsamen und verhassten Wesenzüge von ihrer guten Seite sehe.

Sensible, emotionale, introvertiere Menschen sind in der Regel empathisch, so dass sie die Gefühle anderer Personen gut einschätzen können, sie nehmen Fehler und Veränderungen an sich selbst und um sie herum stärker wahr, sie vermeiden Gewalt und Streit so gut es geht und streben stattdessen nach Harmonie und Kreativität spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Ich will mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn alle Menschen überhaupt nicht emotional oder sensibel wären. Dann würde die Welt wohl noch mehr in Gewalt untergehen.

Wenn ich mich nochmal verletzt fühle, werde ich versuchen die Vorteile daran zu sehen. Ich kann dankbar dafür sein, dass ich nicht wie ein emotionaler Eisklotz durchs Leben wandel und ich durch meine Feinfühligkeit und Emotionalität die Welt auf eine intensive Art erlebe.

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