Gamechanger Interview: Mut zur Weltverbesserung

Mein heutiger Interviewpartner ist Sander, der aus den Niederlanden kommt und von dem ich schon einiges lernen konnte, denn er hat eine sehr inspirierende und faszinierende Denkweise, die viele zum Nachdenken anregen könnte. Ich traf ihn vor zwei in Australien, wo wir gute Freunde während eines Roadtrips wurden. Unser Interview fand in den Niederlanden statt und zwar in der schönen Brunsummerheide.

Unterwegs in der Welt – 3 Kontinente und 6 Länder

Er hat schon einiges von der Welt gesehen. Seine erste, größere Reise startete er vor ungefähr drei Jahren als er für drei Monate nach Deutschland ging. Zuerst arbeitete er in Bayern auf einem Bauernhof und lebte später für einige Zeit in einem buddhistischen Kloster in der Nähe von Frankfurt.
Im Anschluss ging er ein halbes Jahr nach Australien, wo er viele Städte besuchte, Roadtrips machte und in ländlichen Gegenden arbeitete.
Danach pilgerte er den Jakobsweg in Spanien und machte sich anschließend auf nach Thailand, um das Land zu erkunden und um englisch zu unterrichten. Als er damit fertig war, arbeitete er einen Monat lang in einem Nachtclub in Kambodscha.
Er schloss seine Reise in Vietnam ab. Dort kaufte er sich ein Motorrad und legte darauf 4.000 Kilometer zurück!

Gelernte Lektionen

Auf seinen Reisen lernte er einige hilfreiche Lektionen ohne die er nicht wüsste, welche Person er heute sein würde, wenn er all dies nicht unternommen hätte.
Ihm wurde klar, dass man nicht so beschränkt im Leben ist, wie man vielleicht glauben würde. Er lernte unterwegs, dass es unglaublich viele Möglichkeiten auf dieser Welt gibt, die man ausprobieren könnte, sei es einen Bauernhof in Peru gründen, Pilgerreisen unternehmen oder in asiatischen Ländern englisch unterrichten. Leider realisieren nur die Wenigsten, was sie im Leben alles bewerkstelligen könnten.
Und ihm wurde bewusst, dass er seine Heimat viel mehr zu schätzen weiß als zuvor. Er ist dankbar für das gute Gesundheitssystem, die Wirtschaft, das soziale Auffangsystem und all die Chancen, die sich daraus ergeben. Als er in Kambodscha war, realisierte er, dass all diese Dinge nicht automatisch gegeben sind. Dort müssen sich viele junge Mädchen prostituieren, um genug Geld für ihren Lebensunterhalt aufbringen zu können. Und Bürger verdienen im Durchschnitt grade ein Mal 150 $ im Monat!
Dennoch gibt es nach seiner Ansicht viel zu viele Menschen in Deutschland und in den Niederlanden, die absolut nicht zu schätzen wissen, was sie alles im Leben als normal und gegeben ansehen.

Momentanes Leben

Nach seiner Reise fing er an BWL zu studieren, was ihm leider gar nicht zu sagte. Also entschloss er sich dazu das Studium abzubrechen, da er sich für die Lerninhalte überhaupt nicht begeistern konnte. Aus diesem Grund fängt er in drei Monaten mit einem Psychologie Studium an, da er dabei ein viel besseres Gefühl hat.
In der Zwischenzeit begibt er sich wieder auf Reisen. Diesmal geht es in die Slowakei, Schweiz und nach Italien, damit er wieder aus seiner Alltagsroutine ausbrechen kann.
Auf längere Sicht möchte er sich darauf konzentrieren sich spirituell und persönlich weiterzuentwickeln. Dazu liest er jeden Tag Bücher, um sich neues Wissen zu erschließen.

Persönliche Entwicklung

Schon vor einiger Zeit hat er gemerkt, dass er mehr in der Welt bewegen möchte, als es die meisten Menschen um ihn herum taten. Aufgrund von einem Twitter-Account begann er sich Gedanken über die Politik zu machen und er fing an vieles zu hinterfragen, was andere als normal betrachteten.
Seine politischen Ansichten veränderten sich in den vergangenen Jahren stetig. Am Anfang war er leidenschaftlicher Anarchist und schließlich wurde er zu einem Kommunist, da er viele Youtube-Videos schaute.
Irgendwann fand er heraus, dass Youtube-Videos wohl nicht die Weisheit letzten Endes waren, wodurch er sich fortan mit Büchern weiterbildete, so dass er schließlich seine alten Ansichten ablegte und versuchte vieles objektiver zu betrachten.

Gesellschaftliche Degeneration

Mit und mit entwickelte er neue Denkweisen, so dass er zu dem Entschluss kam, dass die Werte und Normen der heutigen Gesellschaft viel zu wenig hinterfragt werden.
Er macht sich Sorgen darüber, dass die Gesellschaft zunehmend degeneriert, denn das Leben der Meisten besteht nur noch aus Konsum, Lustbefriedigung unterschiedlichster Art (Drogen)  und aus digitaler Berieselung aka Fernsehen und Smartphone. Und nur die Wenigsten hinterfragen, was in den Medien verbreitete wird.
Er findet, dass man stattdessen versuchen sollte im Leben nach einem tieferen Sinn zu suchen. Statt der Dauerbeschallung (Pop- und Rapmusik) zu lauschen und fragwürdige Filme aus Hollywood zu schauen, die keinen echten Mehrwert liefern, sollte man sich für mehr kulturelle Errungenschaften begeistern.
Denn wer interessiert sich heutzutage noch für Goethe, klassische Musik und begeistert sich für Kunstgeschichte?  Nicht viele wissen noch, was unsere Kultur überhaupt ausmacht und aus diesem Grund wissen sie es auch nicht zu schätzen.
Er ist zudem davon überzeugt, dass viele eine nihilistische Einstellung entwickelt haben. Das heißt, dass sie nichts als gut oder schlecht empfinden und ihnen so gut wie alles egal ist, wodurch sie auch keinen tieferen Lebenssinn verspüren können.

Das Weltgeschehen beeinflussen

Da es ihm sehr wichtig ist die Welt ein Stück besser zu machen, kann er es nicht nachvollziehen, wenn jemand zu ihm sagen würde, dass ein Einzelner nichts in der Welt bewirken könne. Seiner Ansicht nach ist dies eine sehr deprimierende Sichtweise. Er ist sich sicher, dass ein Einzelner mit seiner Handlung und seinen Aussagen immer irgendeine Art von Einfluss hat, sei es ein minimaler oder auch ein größerer Einfluss.
Man sollte als gutes Beispiel voran gehen, denn man kann nie wissen, was man dadurch alles bewegen könnte. Wenn man andere damit inspirieren könnte, die wiederum etwas in ihrem Leben ändern, ist damit schon einiges getan.

Mut beweisen

Mut bedeutet für ihn, dass man das machen sollte, was man für richtig hält. Auch wenn man Angst davor verspürt. Er versteht auch darunter, dass man das Beste aus seinem Leben macht, obwohl es die Lebensumstände schwierig machen. Auch wenn man in belastenden Situationen ist, wenn z.B. geliebte Personen versterben, man unter einer schwerwiegenden Krankheit leidet und man Depressionen hat, sollte man den Mut aufbringen, um sich wieder daraus zu kämpfen.

Bücherempfehlung

Zu seinen Lieblingsbüchern, die ihn zum Nachdenken angeregt haben, gehören:

  • Die Brüder Karamasow von Fjodor Dostojewski und Hermann Röhl
  • Anna Karenina von Leo Tolstoi
  • Alle Bücher von Thierry Baudet
  • 12 Rules of Life von Jordan Peterson (ein deutsches Buch)

In 5 Jahren möchte er immer noch politisch aktiv sein, noch mehr von der Welt gesehen haben und er träumt davon einen Garten mit Hühnern zu haben, damit er sich selbst versorgen kann.

Ich wünsche ihm viel Glück bei seiner weiteren Reise durchs Leben!

Was sagt ihr dazu, dass die Gesellschaft immer weiter degeneriert und dass viele eine nihilistische Einstellung haben? Seid ihr der gleichen Meinung? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

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